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culture Die Sammlungen des Vitra Design Museum - Entstehung und Bestände

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/ Alexander von Vegesack

Die Sammlung des Vitra Design Museum entwickelte sich aus kleinen Anfängen in den 1980er-Jahren zu einer der weltweit bedeutendsten Möbelsammlungen der Moderne. 1989 umfasste die Sammlung etwa 1000 Objekte; seither ist sie auf rund 6000 Objekte angewachsen. Zwei Möbelsammlungen, die eine von Rolf Fehlbaum seit Anfang der achtziger Jahre für Vitra zusammengetragen, die andere von mir Ende der sechziger Jahre begonnen – bilden den Grundstock der Sammlung des Vitra Design Museum.

Meine eigene Sammlung entstand aus einem Interesse an den ersten industriell gefertigten Möbeln, den Bugholzstühlen von Michael Thonet. Dabei interessierten mich nicht nur die vielen Varianten der ebenso funktionalen wie dekorativen Entwürfe, sondern vor allem Thonets Vision einer industriellen Massenproduktion, die er durch Innovationen in Technik, Gestaltung und Vermarktung realisierte. Die Sammlung dokumentierte die Entwicklung der Techniken, Materialien und Formen des modernen Möbels von Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Sammlungsschwerpunkt lag auf schichtverleimtem und gebogenem Holz von Michael Thonet über Adolf Loos, Josef Hoffmann und Alvar Aalto bis hin zu Charles und Ray Eames sowie auf Stahlrohrmöbeln von Mart Stam, Marcel Breuer, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier. Darüber hinaus waren aber auch Möbel aus Pappmaché, Bakelit oder Fiberglas vorhanden – Materialien, die ebenfalls Grundlagen für eine Massenproduktion boten – sowie weiterführende Dokumente wie Fotos von Arbeitsprozessen, Verkaufskataloge, Publikationen zu historischen Ausstellungen und die entsprechende Fachliteratur. Rolf Fehlbaums Sammlung umfasste neben wichtigen Entwürfen der Eames und George Nelsons – Grundpfeiler der Vitra-Möbelproduktion – auch Arbeiten von europäischen Designern wie Alvar Aalto, Jean Prouvé oder Gerrit Rietveld. Ein Teil dieser an die 150 Stücke umfassenden Sammlung war auf Podien in einem Grossraumbüro von Vitra ausgestellt, wo sie als historisches Vorbild und Inspiration für die Mitarbeiter und Kunden von Vitra dienten.

11 April 2008.

Autor:
Alexander von Vegesack
Bilder:
© vitra; Malte Bruns, Jyrgen Ueberschär, Tobias Wootton