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Vitra Magazin'

exhibitions Orgatec 2008

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/ Orgatec-Review. Ein Beitrag von Stylepark

Ob Open Office, Work Culture oder Workspirit, ob modular, universell oder individuell - im Bereich des Arbeitens und der dazu nötigen Bürosysteme ist derzeit keine Revolution in Sicht. Die Evolution des Büros geht freilich weiter - hin zu mehr Kommunikation und weg von den Routinen des Arbeitens. Und so kann es, ist der Kunde nur mutig genug, kraft unterschiedlicher Programme auch kräftig entstaubt werden.

Über den Stuhl „Chassis", den Stefan Diez für Wilkhahn auf der Basis einer Technik aus der Automobilindustrie entwickelt hat, haben wir bereits berichtet. Bene entwickelt weiter seine Handschrift, Knoll macht das Büro wohnlich oder die Wohnung zu einer Lounge, Sedus polstert den Rollcontainer geblümt zum Plausch mit dem Kollegen - und zahllose Hersteller zeigen zahllose Stühle und Tische, die sich in ihrem Standard eines postmodernen Ergonomiefuturismus kaum voneinander unterscheiden lassen. Umso mehr fallen jene Hersteller auf, die Konzept und Design zu einer Bürokultur verbinden, ohne gleich zu behaupten, sie hätten den Stein der Weisen gefunden.

Vitra etwa bemüht sich schon seit einiger Zeit, Kommunikation und Konzentration, Vernetzung und Isolation innerhalb eines Konzepts miteinander zu verbinden und hat dafür die Formulierung „Net'n'Nest" gefunden. Es war beeindruckend zu sehen, in welcher Selbstverständlichkeit und in welcher Breite Vitra das Prinzip der Collage in seiner ganzen entspannten Humanität nun auf den Bereich des Open Office ausdehnt (siehe dazu unser Gespräch mit Hanns-Peter Cohn, dem CEO von Vitra), zugleich aber neue spezifische Lösungen und Programme fürs Büro anbietet. Dabei geht es in der Hauptsache um eine Steigerung der Flexibilität der Möbel in Relation zu einer Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten. Das klingt anstrengender als es ist.

Denn sowohl bei dem „Steh-Sitz-Tischsystem" mit dem sprechenden Namen „Playns" von Ronan & Erwan Bouroullec als auch bei Alberto Medas Tisch „ArchiMeda" fürs Chefbüro, wird die rein horizontale Organisation des Arbeitens nun flexibel ins Vertikale erweitert. Man kann sitzen oder stehen, allein oder gemeinsam mit anderen reden, planen, formulieren, scherzen. Antonio Citterio spart sich das Auf und Ab per Knopfdruck, lässt den Häuptling lieber sitzen und verbindet bei seinem Chefarbeitsplatz „ACE" dafür Eleganz, hochwertige Materialien und Flexibilität. Besonders der Tisch wirkt edel, ohne in die Gefahr zu geraten, prahlerisch oder protzig daherzukommen. Zumindest das Büro ist hier schon so offen und sympathisch wie man sich den Chef wünscht. Neu ist auch Arik Levys ebenso simples wie gelungenes, auf einem würfelförmigen Bauteil basierenden System „WorKit".

14 November 2008.