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1993 wurde mit dem Konferenzpavillon von Tadao Ando dessen erstes Bauwerk ausserhalb Japans fertiggestellt. Im stillen und zurückhaltenden Bau sind mehrere Konferenzräume vereint. Er zeichnet sich durch eine sehr geordnete Gliederung aus und einen grossen Teil seiner Ausdehnung verbirgt der Baukörper unter Bodehöhe. Bemerkenswert ist der zum Pavillon führende Pfad, der Meditationswege in japanischen Klostergärten zitiert.

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Zum 70. Geburtstag von Willi Fehlbaum, dem Gründer von Vitra, schenkten ihm seine Kinder die Skulptur „Balancing Tools“. Auf dem Areal zwischen der Hauptstrasse und den Firmengebäuden errichtet, stellt sie die aufeinander gestellten Werkzeuge des Polsterers in übergrossen Dimensionen dar. Im Studio von Claes Oldenburg lernte Rolf Fehlbaum, der Chairman von Vitra, Frank Gehry kennen.

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Im Laufe der Jahre war bei Vitra eine Möbel- und Stuhlsammlung entstanden. Diese Sammlung wollte man der Öffentlichkeit zugänglich machen. Am Anfang war ein Schuppen für ihre Aufbewahrung und Ausstellung beabsichtigt. Doch während der Planung für den ersten Bau von Frank Gehry in Europa änderte sich der geplante Zweck. Es wurde als unabhängige Stiftung ein Museum gegründet, das sich der Erforschung und Popularisierung von Design und Architektur widmen sollte: das Vitra Design Museum.
Das Gebäude des Vitra Design Museums ist ein trotz der bescheidenen Ausmasse programmatisches Werk des Dekonstruktivismus geworden, eine Collage aus Türmen, Rampen und Kuben. Seine expressiven Formen sind nicht willkürlich, sie werden durch ihre Funktion und die Lichtführung bestimmt. Auf zwei Etagen befinden sich ca. 700 qm Ausstellungsflächen, das Tageslicht tritt durch grosse Fensteröffnungen im Dachbereich ein.
Die dahinter liegende Fabrikhalle entspricht in der Grösse und Höhe dem benachbarten Bau von Nicholas Grimshaw. Die klare Gliederung mit grossen Fensterflächen löst sich zum Museum hin auf. Rampen und Türme bilden eine formale Verbindung zum Museumsbau. Die Halle beherbergt nebst Produktionsräumen auch einen Showroom, das Testcenter, die Kantine und Büros.
Das Pförtnerhäuschen am Eingang zum Gelände ist mit dem Empfang und einem Raum für diverse Nutzungen versehen.

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Das Vitra Atelier befindet sich in einem Gebäude von Frank Gehry, das im Jahr 2003 errichtet wurde. Es bildet eine Ergänzung zum kommerziellen Angebot des VitraHaus, zu den Ausstellungen des Vitra Design Museums und zu den Architekturführungen über den Vitra Campus.

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Weil es sich beim VitraHaus um ein Gebäude handelt, in dem Wohnmöbel präsentiert werden, nahmen die Architekten des VitraHaus, Herzog & de Meuron, die Idee des Urhauses auf. Die Proportionen und Dimensionen der Räume erinnern so an vertraute Raumsituationen – die Architekten sprechen vom „domestic scale“.
Die einzelnen „Häuser“, die im Allgemeinen einem Präsentationsraum entsprechen, sind mit wenigen Ausnahmen bloss an den Stirnseiten verglast. Auf fünf Ebenen übereinandergeschichtet und zum Teil bis zu 15 Meter auskragend, ergeben die zwölf Häuser, die jeweils in die Giebelbereiche der darunter befindlichen Ebene einschneiden, ein fast chaotisches Ganzes.

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Nicholas Grimshaws erster Bau auf dem Kontinent wird 1981 als Bekenntnis zu seiner industriellen Nutzung und zur technischen Kompetenz des Unternehmens Vitra gesehen. Von der Planung bis zur Fertigstellung der Produktionshalle, die aus vorgefertigten Elementen errichtet wurde, vergingen lediglich die sechs Monate, welche die Versicherung nach dem Grossbrand abdeckte. Das mit horizontal gewellten Fassadenteilen aus Aluminiumblech versehene Gebäude enthält neben den Produktionsräumen zwei Showrooms.
In der 1986 erstellten, zweiten Fabrikalle Grimshaws befindet sich ausser den Produktionsräumen auch das Citizen Office. Dieses wurde von Sevil Peach 2010 geplant und eingerichtet. Die Gründerin des Londoner Designstudios Sevil Peach Gence Associates, SPGA, arbeitet seit über 10 Jahren mit Vitra zusammen und entwirft Büroumgebungen sowohl für und mit Vitra als auch für führende internationale Unternehmen.

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Die von Jean Prouvé gemeinsam mit seinem Bruder Henry Prouvé entworfene Tankstelle war ca. 1953 für die Firma Mobiloil Socony-Vacuum gebaut worden und stand am „Relais des Sangliers“ im Departement Haute-Loire. 2003 wurde sie als eines von noch drei existierenden Exemplaren auf dem Vitra Campus wiederaufgebaut.
Das Gebäude besteht aus winkelförmigen Aluminiumelementen und aus von Bullaugen durchbrochenen Blechen. Tragwerk und Wandaufbau sind deutlich – auch farblich – voneinander getrennt. Viele der aus vorgefertigten Metallelementen konstruierten Gebäude Prouvés sind statisch und formal fast identisch mit seinen Tischentwürfen und zeigen auf, wie konsequent er die Gestaltung aus tektonischen Belastungen abgeleitet hat.

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Im Jahr 2000 wurde dem Campus der Dome hinzugefügt, eine leichte geodätische Kuppel von Richard Buckminster Fuller aus dem Jahr 1978, die vorher ihren Standort in Detroit, USA hatte. Sie wird heute als Veranstaltungsraum genutzt.

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Die grosse, schlichte Backsteinhalle von Alvaro Siza, die an anonyme Fabrikgebäude des 19. Jahrhunderts erinnert, tritt hinter die Bedürfnisse der anderen Baukörper auf dem Gelände zurück. Am augenfälligsten wird dies an der geschwungenen Brückendachkonstruktion, die die Halle an das benachbarte Gebäude anbindet: Sie ist so hoch angebracht, dass der Blick auf das Feuerwehrhaus von Zaha Hadid nicht beeinträchtigt wird und senkt sich bei Regen automatisch ab, um die witterungsgeschützte Passage zum Grimshaw-Bau zu gewährleisten.

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Als Lehre aus dem Grossbrand von 1981 richtete Vitra eine Werksfeuerwehr ein. Den dazu dienenden Bau übertrug man Zaha Hadid. Ihr erstes Gesamtbauwerk überhaupt besteht aus Räumen für Feuerwehrautos, für Duschen und Umkleideräume der Feuerwehrmänner und für einen Besprechungsraum mit Küchenabteil. Das Feuerwehrhaus ist eine vor Ort in Beton gegossene Skulptur, die mit der rechtwinkligen Ordnung der benachbarten Hallen wie eine erstarrte Explosion kontrastiert. Heute dient das Gebäude Ausstellungszwecken.

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Das Vitra Design Museum freut sich, Ihnen Architekturführungen auf dem Vitra Campus anbieten zu können. Täglich um 11, 13 und 15 Uhr auf Deutsch sowie um 12 und 14 Uhr auf Englisch. Dauer jeweils ca. 2 Stunden.
Anfahrt
Mit dem öffentlichen Verkehr: Ab Claraplatz oder Badischer Bahnhof Bus 55 bis Vitra. Ab EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg Bus 50 bis Bahnhof Basel SBB, Tram 2 bis Badischer Bahnhof, Bus 55 bis Vitra. Ab Bahnhof Weil am Rhein ca. 15 Min. zu Fuss.
Mit dem PKW: Aus Deutschland und der Schweiz: Autobahn A5, Ausfahrt Weil am Rhein, links abbiegen, Beschilderung Vitra Design Museum folgen. Aus Frankreich: Grenzübergang Palmrain (D), E 35 bis Vitra Campus.

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Von 1955 bis 1981 sind auf dem Gelände von Vitra in Weil am Rhein verschiedene Fertigungs- und Lagerräume errichtet worden, es ist ein historisch gewachsenes, zufälliges Ganzes entstanden. 1981 wurde der grösste Teil dieser Gebäude durch einen Grossbrand zerstört.
Obwohl die Versicherung bloss eine sechsmonatige Unterbrechung der Produktion abdeckte, sollte weder ein anonymer Industriebau nach Standardmuster noch eine temporäre Lösung realisiert werden. Die Architektur sollte vielmehr funktionell sein, ein angenehmes Arbeitsumfeld bieten und in ästhetisch ihrem Zweck entsprechen. Nicholas Grimshaw zeichnete für dieses erste Projekt verantwortlich und seither ist auf dem Gelände ein heterogenes Ensemble zeitgenössischer Architektur gewachsen: der Vitra Campus.