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architecture Interview: Innenarchitektin Sevil Peach spricht über das gute Büro.

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/ Interview Sevil Peach

Worin besteht die Aufgabe, Arbeitsräume eines Unternehmens neu zu gestalten? Oder besser: Womit beginnen Sie ein solches Unterfangen?

Früher bekamen wir von den Kunden meistens Aufträge mit ganz klaren Vorgaben: In diesem Raum wollen wir so viele Tische für so viele Mitarbeiter. Heute erfahren wir von den Kunden viel mehr, was sie mit den neuen Büroräumen erreichen wollen, zum Beispiel verbesserte Kommunikation, leichtere Zusammenarbeit, einfacheren Austausch usw. Diese weniger greifbaren Vorgaben machen Projekte mehr zu Vehikeln für einen arbeitskulturellen Wandel als zu simplen Büroerneuerungen. Zu diesem Zweck müssen wir beim Start zu einem Projekt völlig unvoreingenommen, offen und neugierig an die Arbeit gehen. Nur so können wir einen Dialog in Gang setzen, der uns hilft, die Bedürfnisse und Unternehmensziele des Kunden zu verstehen. Und diese verstanden, in Frage gestellt und geprüft zu haben ist die Grundlage, um sinnvoll an gestalterische Aufgaben herangehen zu können.

Können Sie detaillierter erklären, wie oder warum sich die Anforderungen und Vorgaben der Kunden verändert haben?

In fast allen Branchen und Unternehmen können wir heutzutage eine klare Abwendung von den früheren tayloristischen Arbeitsmethoden feststellen. Bezogen auf die Umgebung heisst das: Hierarchien, Standardräume, monotone und statische Einrichtungen und fest zugeordnete Aufgaben waren gestern. Bezogen auf die Unternehmensprozesse bedeutet es: Flexibilität und Multitasking sind Voraussetzungen geworden, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Und bezogen auf eine menschliche Sicht beobachte ich: Vielfalt, Übertragung von Verantwortung auf Untergebene und Selbstbestimmung werden immer wichtigere Faktoren. Einfache Aufträge mit genau definierten Anforderungen, wie ich sie eingangs erwähnte, spielen keine grosse Rolle mehr. Auf jeden Fall nicht bei uns! Kunden kommen zu uns und sagen uns, was sie mit den neuen Büros erreichen wollen, zum Beispiel eine Umgebung, welche die Mitarbeiter motiviert, in der sie sich wohl fühlen. In letzter Konsequenz wollen die Kunden immer ein Büro, das die Produktivität der Mitarbeiter positiv beeinflusst.

Wollen das denn nicht alle Kunden?

Nein, nicht alle Kunden kommen mit einem Auftrag zu uns, aus dem dies klar herauszulesen ist, weil sie das Potential einer neu gestalteten Umgebung nicht kennen. Aber wenn wir es schaffen, mit solchen Kunden einen konstruktiven Dialog zu initiieren – egal, wie konservativ ihre Ausgangslage definiert war – gelingt es uns fast immer, ihnen diese Möglichkeiten darzulegen.

16 April 2008.