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design Vitra Edition

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Verwerfen

/ Die Idee

Die Vitra Edition ist ein Laboratorium, das Architekten und Designern den nötigen Freiraum gibt, experimentelle Möbelobjekte oder Installationen zu entwerfen. Die Wahl der Materialien, Techniken, Einsatzbereiche und formalen Konzepte ist ihnen dabei freigestellt und nicht auf das bestehende Vitra-Vokabular beschränkt. Gleichzeitig steht ihnen das technische Know-how von Vitra vollumfänglich zur Verfügung. Das Arbeiten ohne markt- und produktionsbedingte Restriktionen wirkt befreiend, führt zu überraschenden Lösungen und erlaubt es, Design unter neuen Blickwinkeln zu betrachten.

Als wir vor zwanzig Jahren die erste Vitra Edition zeigten, war unser Beweggrund derselbe wie heute: den strengen Normen und Konventionen der Möbelindustrie zu entfliehen. Von einem Sammlermarkt für experimentelles Design konnte damals noch keine Rede sein, dennoch wurde die Vitra Edition breit publiziert und öffentlich diskutiert. 1987 zeigten wir Sitzobjekte von Frank Gehry, Denis Santachiara, Gaetano Pesce, Richard Artschwager, Ron Arad, Shiro Kuramata, Ettore Sottsass und Scott Burton. In den folgenden Jahren wurde die Vitra Edition durch Beiträge von Jasper Morrison, Alessandro Mendini, Borek Sipek, Philippe Starck und anderen erweitert. Die Entwicklung der Edition hatte für Vitra eine befreiende Wirkung und es wurden wichtige neue Beziehungen zu Designern geknüpft.

Für seine industrielle Produktion arbeitet Vitra mit einigen herausragenden zeitgenössischen Designern und Architekten. Dank ihrer außergewöhnlichen Begabung haben sie die richtigen Antennen, um die Formen kommender Dinge wahrzunehmen. Dennoch müssen sie sich der Tatsache stellen, dass die industrielle Produktion durch Faktoren wie Preis, Leistung, Produktionstechnik und gesetzliche Vorgaben unter starkem Druck steht. Solche Zwänge sind zwar nützlich und notwendig für die Entwicklung guter Alltagsprodukte, doch sie erschweren die Umsetzung experimenteller Ideen. Die Entwicklung wirklich radikaler Konzepte unterliegt anderen Kriterien als die industrielle Produktion, bestimmte Aspekte werden stärker betont und andere bewusst vernachlässigt.

Obwohl solche Experimente vielleicht nur eine kleine Gruppe von Leuten interessieren, kann ihre Wirkung erheblich sein, da sie neue Erfahrungen und Einsichten hervorrufen können. Experimentelle Objekte wollen oft kein praktisches Problem lösen, sondern sind Manifestationen der kreativen Intelligenz des Designers und Architekten, Ausdruck einer kritischen Position, einer utopischen Sehnsucht oder einer formalen Phantasie. Ob einige dieser Ideen auch in das Design von Alltagsobjekten einfließen werden, bleibt abzuwarten.

Die Vitra Edition ist sowohl Prozess als auch Resultat. Als Prozess leistet sie einen Beitrag zu unserer laufenden Designforschung; das Resultat besteht in einer Kollektion außergewöhnlicher Objekte, die einige der fortschrittlichsten Positionen zeitgenössischen Designs repräsentieren. In limitierter Auflage werden sie Sammlern zugänglich gemacht. Die Limitierung garantiert den Aspekt der Rarität, während – als direkte Folge davon – die beachtlichen Entwicklungs- und Produktionskosten sich nur auf eine kleine Anzahl von Objekten verteilen. In dieser Beziehung gehorcht die Vitra Edition einer anderen Logik als Vitras industrielle Produktion.

Nach der erstmaligen Präsentation auf dem Vitra-Gelände während der Art Basel 2007, werden die Prototypen der neuen Vitra Edition weltweit in Museen und Galerien gezeigt.

14 April 2008.