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Vitra.

Collage'

Juni 2010

Hätte irgendein westlicher Architekt oder Designer mit einer schöneren oder passenderen Inszenierung der Steinskulpturen, die in den Ruinen von Anuradhapura, der einstigen Hauptstadt von Sri Lanka gefunden worden sind, aufwarten können? Die Skulpturen aus den Jahrhunderten von 400 v.Chr. bis 1100 stehen auf Sockeln aus – um der Flexibilität willen? – ungemörtelten Backsteinen. Die Räume sind unterteilt durch Wände aus dem gleichen Mauerwerk, hier nachlässig und doch ansprechend gemörtelt. Das Museum befindet sich in einem aus Britischer Kolonialzeit stammenden Herrschaftshaus und die Räume waren wahrscheinlich das Quartier für die Bediensteten. Jetzt ist der Boden aus Gussbeton und die Wände sind geweisst. Nebst dem natürlichen Licht, das durch eine Reihe von gewölbten Fassadenöffnungen einfällt, gibt es keine Beleuchtung. Dieses weiche Licht ist alles, was die Skulpturen brauchen, um ihre Formen zur Geltung zu bringen. Wenn man gleichzeitig an die Summen denkt, die in letzter Zeit für einige Vorzeigebauten Europas ausgegeben wurden, fragt man sich, ob ein derartiger Aufwand auch entsprechend mehr bringt.

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