Vitra.

Februar 2009

Niemand würde diese Bank als besonders schön bezeichnen – trotz ihres gewissen Charmes, der ja vielleicht wichtiger ist als das Aussehen. Die Bank steht vor dem Restaurant eines ländlichen Bahnhofs in Japan. Aus der Sicht des Designers gibt es an ihr vieles zu bewundern: Sie offenbart eine entschlossene konzeptionelle Strenge, so als hätte ihr Schöpfer zu sich selbst gesagt „Ich baue diese Bank aus einem einzigen, anderthalb Meter langen Stück Holz, ohne eine Schraube zu benutzen. Sie muss stark genug sein, um das Gewicht eines Elefanten zu tragen und schwer genug, um jeden Taifun zu überstehen“. Die Struktur ist so angelegt, dass das Maximum mit einem Minimum an Schnitten erreicht wird: Die flachen Seiten wurden für den Sitz (aus Komfortgründen) und für die Beine (aus Stabilitätsgründen) verwendet. Die Bank ist ein fröhlicher und einladender Charakter und hat sich ihren Platz zwischen den Bierkisten und dem Klappstuhl offenbar verdient. Die Welt könnte mehr vom Geist solcher Do-it-yourself-Projekte gebrauchen.

Der britische Designer Jasper Morrison (*1959) gilt als Vorreiter einer „Neuen Einfachheit“, die für eine bescheidene und ernsthaftere Auffassung von Design einsteht. Zusammen mit dem japanischen Designer Naoto Fukasawa hat er 2006 mit der Ausstellung „Super Normal“ und den darin enthaltenen Thesen grosse Aufmerksamkeit erregt.

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