Charles und Ray Eames sind im Bereich der Kindermöbel bei Vitra Pioniere. Ihre Entwürfe zeigen, dass kindgerechte Gestaltung sich nicht zwingend in Märchen- oder Comicmotiven erschöpft, sondern dass auch hier durchaus die Funktion im Vordergrund stehen kann – wenn nicht sogar sollte.
Vitra produziert bereits seit einiger Zeit den Children’s Chair mit Stool oder die Garderobe Hang it all von Charles und Ray Eames. Der Plywood Elephant – entworfen 1945 – stiess anlässlich einer Anniversary Edition dazu und wird nach deren grossem Erfolg im nun in einer Kunststoffversion, dem Eames Elephant, aufgelegt.
George Nelsons Zoo Timer sind sowohl im Accessoires- als auch im Kindermöbelbereich anzusiedeln. Ebenso wie Alexander Girards Wooden Dolls, die die Grenze zwischen Gross und Klein in ähnlicher Weise aufheben.
Auch Verner Panton hat mit seinem legendären Panton Chair einen Beitrag zur wachsenden Vitra-Kinder-Kollektion geleistet. Seit 2006 erhältlich, ist Panton Junior nicht nur der jüngste sondern auch der kleinste der Freischwinger-Familie. Ihm zur Seite steht seit 2007 Porcupine Desk, ein von Hella Jongerius entworfener Kindertisch.
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Porcupine Desk
Hella Jongerius, 2007
Hella Jongerius und Vitra haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie ein Tisch aussehen könnte, der zum Kinderstuhl Panton Junior passt.
Die Antwort heisst Porcupine Desk.
Porcupine Desk wirkt auf den ersten Blick wie die Antithese zu Panton Junior: Statt eines eleganten, geschwungenen entwarf Jongerius ein kantiges, rechtwinkliges Gebilde, statt Kunststoff verwendet sie Holz und statt auf bunte Farben setzt sie auf eine dekorative Illustration, um die Kinderherzen für den Tisch zu gewinnen. Trotz oder gerade wegen dieser Gegensätze passen Stuhl und Tisch gut zueinander, denn beide besitzen ihren unverwechselbaren Charakter. Bei Porcupine Desk beruht er auf der Asymmetrie der Konstruktion, die durch eine einseitige Verlängerung und Verbreiterung der ursprünglich quadratischen Tischplatte und durch die Schrägstellung von zwei Beinen entsteht. Unterhalb der verlängerten Tischplatte, die wie die schrägen Beine farblich von der übrigen Konstruktion abgesetzt ist, findet sich ein offenes Fach – für Bücher, Papierblöcke, Stifte oder Spielsachen –, und auf der gegenüberliegenden Seite eine Schublade.
Weiteres charakteristisches Merkmal des Porcupine Desk ist das auf die Tischplatte gedruckte – spielerische, aber nicht unbedingt kindliche – Motiv eines Armbands mit dekorativen Objekten wie einem Panton-Stuhl oder einem Eames Elephant. Einige der Kettenglieder sind ausgestanzte Löcher in der Tischplatte, in die beispielsweise die mitgelieferten Malstifte gesteckt werden können.
Selbstverständlich verfügt der Porcupine Desk über die bei Spielgeräten gängigen GS und CE Sicherheits-Zertifikate.
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Eames Elephant
Charles and Ray Eames, 1953
1945 entwarfen Charles und Ray Eames den legendären Plywood Elephant. Von diesem fertigungstechnisch komplexen Entwurf wurden nur zwei Prototypen gefertigt, die unmittelbar nach ihrer Produktion in einer Ausstellung des Museum of Modern Art New York gezeigt wurde. Heute ist nur noch ein Plywood Elephant im Besitz der Familie Eames bekannt.
Charles und Ray Eames waren von Elefanten fasziniert: Abbildungen dieser sympathischen Tiere finden sich in vielen ihrer fotografischen Werke über die Kultur Indiens oder die Welt des Zirkus. Der Plywood Elephant war zum Spielen für Kinder gedacht, was seine fröhlich geschwungenen Kurven und sein kraftvoller Ausdruck betonen.
2007 hat Vitra aus Anlass von Charles Eames 100. Geburtstag eine limitierte Auflage des Plywood Elephant lanciert. Die Resonanz war gross und die 2000 Exemplare des 1945 entworfenen, aber nie zuvor in Serie produzierten Entwurfes, waren im Nu ausverkauft.
Die Mehrheit der Käufer wird den Plywood Elephant freilich nicht als Spielzeug, sondern als Sammlerstück erstanden haben. Das machte angesichts der limitierten Auflage Sinn, war aber auch bedauerlich, weil Charles & Ray Eames den Elephant ja als Spielzeug konzipiert hatten.
Vor diesem Hintergrund hat sich Vitra entschlossen, eine auch preislich „kindergerechte“ Version zu entwickeln: den Eames Elephant aus Kunststoff. Der Materialwechsel entspricht dabei einem der wichtigsten Mottos der Designer: „The most of the best to the greatest number of people for the least.“
Charles und Ray Eames setzten 1950 als erste Designer überhaupt auf den damals in der Möbelindustrie noch unbekannten Werkstoff Kunststoff, um damit die Sitzschalen für ihre Entwürfe preiswert produzieren zu können. Wie die heutigen Kunststoffsitzschalen der Eames Plastic Chairs wird der Eames Elephant aus Polypropylen gefertigt. Er ist in den fünf Farben Rot, Eisgrau, Weiss, Dark Lime und Hellrosa erhältlich.
Der Eames Elephant verfügt über die bei Spielgeräten gängigen GS und CE Sicherheits-Zertifikate.
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Elephant Stool
Sori Yanagi, 1954
Der dreibeinige Elephant Stool gehört zu den bekanntesten Entwürfen des japanischen Nachkriegsdesigns und überzeugt durch seine sanft gerundeten Konturen bis heute. Der stapelbare Elephant Stool ist dabei so robust, wie es der Name suggeriert, und ist für Innenräume ebenso wie für Balkon und Garten geeignet. Kindern kommt entgegen, dass der Hocker äusserst standsicher ist und sie ihn doch leicht selbst herumtragen können. Sori Yanagis Elephant Stool wird damit zum treuen Begleiter, auf den man klettert, um die Welt der Erwachsenen zu entdecken.
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Panton Chair Junior
Verner Panton, 1959/60
Kinder haben den Panton Chair wegen seiner fröhlichen, kräftigen Farben und seiner angenehm sanften Rundungen schon immer besonders gemocht – als Sitzmöbel und als Spielzeug. Verner Panton selbst verfolgte daher bereits früh die Idee, gemeinsam mit Vitra eine Kinderversion des Stuhls zu realisieren. Dieses Vorhaben, das vor 40 Jahren aus ökonomischen Gründen scheiterte, konnte jetzt verwirklicht werden: Auf der Grundlage von Pantons ursprünglichen Plänen entstand der Panton Junior. Hinsichtlich des Materials und in seinen Proportionen unverändert, fällt er gegenüber dem regulären Modell um ca. ein Viertel kleiner aus. In sieben speziell ausgewählten Farben wird der robuste und langlebige Stuhl damit zur idealen Sitzgelegenheit im Kindergarten- und Grundschulalter.
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Zoo Timers
George Nelson, 1965
Als ausgesprochenes Multitalent war George Nelson auch erfolgreich als Grafikdesigner tätig. Seine Zoo Timers – in kräftigen Farben gezeichnete Persönlichkeiten aus dem Tierreich – setzen sich durch ihre grafische Gestaltung stark von seinen skulpturalen Wall Clocks ab, die er in den Fünfzigerjahren in grosser Zahl entworfen hatte. Kindern bieten die Zoo Timers einen spielerisch- fröhlichen Zugang zur Zeitmessung, je nach Vorlieben werden sie von Fernando dem Fisch, Omar der Eule, Talulah dem Tukan oder Elihu dem Elefanten beim Lesen der Uhr begleitet.
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Children's Chair & Stool
Charles & Ray Eames, 1945
Unter Charles und Ray Eames’ Designs für Kinder sind die 1945 entstandenen Kinderstühlchen und -hocker von besonderer designgeschichtlicher Bedeutung. Es handelt sich dabei um die ersten Serienmöbel, bei denen die Eames ihre grundlegenden Experimente mit dreidimensional verformtem Sperrholz umsetzen konnten. Die ursprünglich nur in geringer Stückzahl produzierten Möbel für Kleinkinder bestechen durch ihre organische Form, die ihnen Stabilität gibt und gleichzeitig einen kindgerechten Charakter verleiht. Besonders liebenswert ist dabei der Stuhl mit seinem herzförmig aus der Rückenlehne ausgestanzten Loch, das als Haltegriff und Dekoration dient.
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Hang it all
Charles & Ray Eames, 1953
Hang it all ist weit mehr als eine Garderobe fürs Kinderzimmer. Das fröhlich-bunte Wandobjekt mit den charakteristischen farbigen Holzkugeln hat skulpturale Qualitäten und eignet sich für alles Hängbare: für Jacken, Mützen und andere Kleidungsstücke ebenso wie für Rucksäcke, Rollschuhe und Spielsachen. An einem rechteckigen, weiss lackierten Drahtrahmen, der an die Wand geschraubt wird, sind verschiedenförmige Haken angeschweisst, auf deren Spitzen jeweils eine glänzende Holzkugel montiert ist. Hang it all ist von seinen Massen her so dimensioniert, dass es sich auch an Zimmertüren befestigen lässt. Die regelmässige Anordnung der Kugeln ermöglicht ausserdem eine Reihung von Hang it alls in beliebiger Länge.
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Box
Ronan & Erwan Bouroullec, 2004
Box ist multifunktionales Staumöbel und Beistelltisch in einem und überzeugt durch seine sympathische Soft-Edge-Ästhetik, die bewusst jeden Anklang an ein kantiges Kastenmöbel vermeidet. Der weich gerundete, sich nach unten hin leicht verjüngende Korpus der Box besteht aus Polyurethan- Hartschaum und ist innen und aussen mit einem feinen Gewebe umstrickt. Für Kinder wird Box damit zur zeitgenössischen Schatzkiste, in deren weicher Hülle sich allerhand verstauen lässt. Dank eines einfachen Kabelmanagements lassen sich auf Box aber auch das erste eigene Radio oder Computer bestens installieren.
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Uten.Silo
Dorothee Becker, 1969
Mit den für die damalige Zeit üblichen kräftigen Farben gehört das Uten.Silo zu den bekanntesten Kunststoffdesigns der späten Sechzigerjahre. Seitdem schafft es mit seinen Metallhaken, Klammern und Behältern unterschiedlicher Form und Grösse Ordnung in Büros, Küchen, Werkstätten, Bädern und auch Kinderzimmern. Die Spannung zwischen logischer Anordnung und spielerischer Vielfalt macht das Uten.Silo zum idealen Objekt, mit dem Kinder ihre vielfältigen Dinge sortieren können – sei dies neben dem Kinderschreibtisch oder in der Spielecke.
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Algue
Ronan & Erwan Bouroullec, 2004
Pflanzenartig anmutende Kunststoffgebilde, filigran, biegsam und doch von grosser Festigkeit – Algues sind innenarchitektonischer Baustein und dekoratives Element zugleich, mit dem die Brüder Bouroullec erneut ihr unkonventionelles und innovatives Designverständnis unter Beweis stellen. Algues appellieren an die eigene Kreativität seiner Nutzerinnen und Nutzer und bieten, obwohl ein standardisiertes, industriell hergestelltes Modul, dennoch Raum für individuelle Lösungen. Die Kunststoffteile lassen sich intuitiv und spielerisch zu gewebeartigen Strukturen verketten – vom leichten Vorhang bis zu undurchdringlich dichten Raumteilern oder höhlenartigen Gebilden. Für 1 m² leichte Netzstruktur werden dabei 25 Algues benötigt.


