W. L. Gore & Associates GmbH

Putzbrunn, Deutschland

W. L. Gore & Associates ist ein weltweit tätiges Unternehmen der Materialwissenschaft und will – vor allem durch die Anwendung von Polytetrafluorethylen (PTFE) – Branchen verändern und das Leben verbessern. Die Gründer Bill und Vieve Gore haben eine Unternehmenskultur etabliert, die das kreative Potenzial jedes Einzelnen freisetzen soll. Alle Mitarbeiter sind Associates, also Mitteilhaber am Unternehmen. Durch diesen «Owner’s mind» bleibt Gore, obwohl weltweit auf über 11.500 Associates angewachsen, ein Team engagierter Menschen, die gemeinsam die besten Ideen vorantreiben.
Innenarchitektur
Vitra
Fotograf
Eduardo Perez

Am deutschen Hauptsitz in der Nähe von München wollte man der Frage nachgehen, wie sich Arbeitswelten optimieren lassen. Eine dynamische, kommunikative Zusammenarbeit steht bei Gore im Zentrum und die Associates-Kultur ist eine gute Basis, um neue Wege der Büroarbeit zu begehen. Bereits 2019 wurde Vitra beauftragt, gemeinsam mit den Nutzern in einer freien Fläche einen Future Workplace zu erarbeiten, der diese besondere Netzwerkkultur, die Arbeitsstrukturen und -prozesse in neue flexiblere Raumkonzepte übertragen und verbessern kann. Angesichts der Corona-Pandemie wurde dieser Prozess dann angepasst und das amerikanische Mutterhaus rief 2020 weltweit das Projekt «Bridge» ins Leben: An fünf Standorten verteilt über die ganze Welt sollen Pilotprojekte darüber Aufschluss geben, wie eine Arbeitsumgebung aussehen könnte, die den Anforderungen von Gore am besten gerecht wird.

Auch der Standort Putzbrunn ist mit einer bestehenden Fläche Teil von «Bridge». In einem gemeinsamen, interaktiven Prozess hat das Consulting & Planning Studio (CPS) von Vitra mit dem Projektteam und den Nutzerinnen erarbeitet, welche Angebote es in einer hybriden Arbeitswelt von Gore brauchen wird. Wie kann die Arbeitsumgebung kreatives Teamwork und spontane Begegnung fördern?
«Wir müssen innovativ sein – nicht nur bei unseren Produkten, sondern auch im Rahmen unserer Zusammenarbeit»
Volker Gronauer, Geschäftsführer der W. L. Gore & Associates GmbH
Als Inspiration, wie ein hybrides Office aussehen könnte, diente das Konzept «Club Office», das zu jener Zeit von Vitra gerade für ein eigenes Büroprojekt erarbeitet wurde. Und um trotz der Einschränkungen durch die Pandemie mit der Planung zügig voranzukommen, wurde der ganze Co-Creation-Prozess digital entwickelt und aufgebaut.

In knapp acht Monaten wurde die neue Büroumgebung von Gore geplant und umgesetzt. Dabei lag der Fokus einerseits auf einer Steigerung der Attraktivität der Räume und ihren Nutzungsmöglichkeiten: Die Associates sollten gerne ins Büro zurückkommen, in dem wieder persönlicher Austausch stattfindet, ein natürliches Mischen zwischen Teams passiert und ganz wichtig: neue Associates schnell in die Kultur eintauchen können. Andererseits mussten die Räume so flexibel gestaltet und eingerichtet werden, dass sie sich stark an wechselnde Bedürfnisse anpassen lassen.

Analog zum Club Office am Vitra Hauptsitz finden sich in der «Bridge» Pilotfläche öffentliche, halb-öffentliche und private Räume, die allen Associates zur Verfügung stehen. In zwei sogenannten Welcome Areas trifft man sich zum Austausch und für informelle Meetings – das ist der öffentliche Teil, ein Ort der Begegnung. In den Kollaborationsräumen, wie beispielsweise dem «Dancing Office» und den Workshopräumen, wurden ausschliesslich multifunktionale, leicht zu bewegende Möbel eingesetzt, um für Workshops und Ad-hoc-Projekte höchste Flexibilität zu schaffen.
Und im privaten Teil finden sich in den ursprünglich kleineren Büroräumen, nun stark umgestaltete, vielseitige Räume. Darin können digitale Meetings und zurückgezogene Besprechungen in kleinen Gruppen stattfinden, oder konzentrierter Arbeit nachgegangen werden.
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