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«Mit der Herausforderung, vor der PwC Schweiz stand, werden sich in nächster Zeit wahrscheinlich viele weitere Unternehmen auseinandersetzen müssen – sie dürfte die Zukunft der Büroplanung entscheidend prägen. Kaum eine Firma kann heute voraussagen, wo sie in zwei Jahren genau stehen wird. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf nahmen wir den Auftrag an: Ziel war die Entwicklung eines Bürosystems, das in enger Zusammenarbeit mit den Experten des PwC- Experience Center eine stimmige Antwort auf Fragen der Flexibilität und Veränderbarkeit gibt.»
Hürlemann

Hürlemanns Bemühungen mündeten in eine massgeschneiderte, flexible Arbeitsumgebung namens «Dancing Office», deren mobile Wandelemente er als «Dancing Walls» bezeichnete. Vitra überzeugte das Konzept und beschloss, die Prototypen zu entwickeln. Die «Dancing Walls» sind inzwischen für PwC Schweiz vollständig umgesetzt und stossen sowohl beim Auftraggeber wie in Designkreisen auf grosses Interesse.

PwC Schweiz hat Hürlemanns Idee zugestimmt, ein Grossraumbüromodell zu entwickeln, das sich flexibel an Wachstum und Strukturwandel anpasst. Um sich in dem «War for talents» behaupten zu können, der momentan in Zürich herrscht – wo Hightech-Giganten wie Google und Microsoft einen Grossteil der besten Köpfe aus den Bereichen IT, Marketing und Design anwerben –, bestand die zweite Anforderung von PwC Schweiz darin, eine so attraktive neue Büroumgebung zu schaffen, dass sich jene hochbegehrten jungen Kreativkräfte angesprochen fühlen, für die eine ausgewogene Work-Life-Balance und der digitale Lebensstil ein absolutes Muss sind. Hürlemann und PwC Schweiz liessen sich im nachfolgenden Designprozess von folgendem Motto leiten:

«Wir sind nicht länger Task-Manager, sondern verstehen uns als Teil einer Choreografie namens Teamwork.»

Und genau diese Parallele zum Tanz inspirierte dann auch die Namensgebung des innovativen Wand- und Möbelsystems, das im neuen Bürodesign das zentrale Element bildet.

Auf einer Fläche von 1500 m2 belegt das PwC-Experience Center zwei Geschosse eines Bürogebäudes im Quartier Zürich-Enge. Statt des herkömmlichen Empfangsbereichs lädt eine als Begegnungszone ausgelegte Kaffeebar Angestellte und Besucher dazu ein, sich zu entspannen und auszutauschen. Da das Experience Center papierlos arbeitet, wird der grosse, offene Raum nicht durch fixe Regale strukturiert. Die einzigen Strukturelemente sind einige kleinere, durch Glaswände abgetrennte Räume, in denen sich diskrete Besprechungen abhalten lassen. Hürlemann musste hierfür ein System entwickeln, in dem sich zum einen Strukturen schaffen liessen, das aber auch die flexible Umwandlung ganzer Zonen von einer Funktion in die andere gestattete. Doch nicht nur die Frage nach Struktur und Flexibilität galt es zu beantworten – der offene Bürocharakter bot auch akustische Herausforderungen. Dieses Problem wurde einerseits durch schalldämmende Vorhänge gelöst, mit denen sich das Büro in verschiedene Bereiche unterteilen lässt. Andererseits bieten mehrere Telefonzellen, die sich mithilfe von Hubwagen mühelos verschieben lassen, die Möglichkeit, Anrufe zu tätigen, die eine gewisse Privatsphäre erfordern. Von diesen Elementen abgesehen, hat der Architekt auf die Schaffung weiterer geschlossener Räume verzichtet und sich stattdessen für ein mobiles Wandsystem entschieden, das eine möglichst vielfältige Nutzung der verschiedenen Bereiche ermöglicht.

Hürlemann ist es gelungen, all diesen Ansprüchen gerecht zu werden, indem er ein System bequem verschiebbarer Wandelemente geschaffen hat, welche in erster Linie als mobile Raumteiler fungieren: leicht zu bewegen und doch so schwer, dass die Stabilität gewährleistet bleibt. Jede Wand besteht aus einer robusten Holzbasis auf Rädern und einem darauf montierten Metallrahmen, der sich mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Module bestücken lässt. Zu diesen gehören Whiteboards, aber auch Schallschutzplatten, die gleichzeitig als Pinnwände dienen. Beide lassen sich jederzeit entfernen und mittels Schienen an die bestehenden Bürowände hängen. Andere Module haben die Form von Staufächern, Monitorwänden samt Kabelrinnen, Kleiderschränken und sogar Pflanzenwänden.

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