Mehr als ein Möbelunternehmen
Deyan Sudjic über die Evolution von Vitra von einem Familienunternehmen zu einer kulturellen Kraft

Die Geschichte von Vitra ist nicht sonderlich bekannt. Doch der britische Autor und Kurator Deyan Sudjic meint, dass es eine sei, die erzählt werden müsse. Sein neues Buch «The Anatomy of a Design Company» zeichnet die Entwicklung des Schweizer Möbelherstellers nach: von einem bescheidenen Familienunternehmen zu einer kulturellen Kraft, geprägt von einem Gleichgewicht aus Ideologie, Intuition und unternehmerischem Gespür. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen und Gespräche mit dem langjährigen Chairman Rolf Fehlbaum beleuchtet Sudjic die Werte, Entscheidungen und Widersprüche, die das Unternehmen definiert haben.
Im Gespräch mit der Designjournalistin Ali Morris reflektiert Sudjic über Urheberschaft, Relevanz und darüber, was es überhaupt bedeutet, «ein Designunternehmen» zu sein.
Ali Morris: Die Arbeit an diesem Buch hat sich über mehrere Jahre erstreckt. Wie hat alles angefangen?
Deyan Sudjic: Das geht wahrscheinlich auf meine erste Begegnung mit Rolf Fehlbaum zurück, ich glaube, 1985 oder 1986. Ich hatte noch kein Buch geschrieben und er begann gerade, bei Vitra für Aufsehen zu sorgen. Natürlich dachte ich damals noch nicht an ein Buch. Aber wir kamen ins Gespräch, und ich fing an, von ihm zu lernen. Seitdem ist unser Kontakt nie abgebrochen. Er half mir bei der Herausgabe von «Blueprint», indem er uns in die Werbekampagne von Vitra einbezog, in der alle – von Grace Jones über Jasper Johns bis zu Spike Lee – vertreten waren, wie im Buch dokumentiert. Als ich das Design Museum in London in sein neues, von John Pawson entworfenes Zuhause verlegte, hat uns Vitra grosszügig unterstützt. Im gesamten Gebäude finden sich Bouroullec Alcove Sofas, Prouvé-Stühle, Artek-Hocker und Schreibtischsysteme von Citterio – alles Produkte, die sich kulturelle Einrichtungen normalerweise nicht leisten könnten, die aber die Werte widerspiegeln, die ich mir für das Museum gewünscht hatte.
Gelegentlich sprach ich mit ihm über seine Pläne für das Unternehmen und die vielen Projekte, die rund um Vitra Gestalt annahmen, etwa Zaha Hadids Feuerwehrhaus oder die Errichtung eines Baus für das Archiv des Vitra Design Museums.
Als ich mich dann entschloss, anstatt als Redakteur oder Museumsdirektor hauptberuflich als Autor zu arbeiten, hielt ich es für interessant, so viele Errungenschaften von Vitra wie möglich in einem einzigen Band festzuhalten und dabei Rolfs Erinnerungen und das Unternehmensarchiv bestmöglich zu nutzen. Nur ist er nicht der Typ Mensch, der sich für eine Biografie interessiert. Mir war klar, dass dieses Buch eine Gemeinschaftsarbeit werden würde. Im Gespräch mit einigen der Designer, die für Vitra gearbeitet haben, Jasper Morrison, Antonio Citterio und anderen, wurde mir bewusst, dass dieses Buch, so wie viele der Stühle von Vitra, das Ergebnis eines Dialogs ist.

Was macht Vitra Ihrer Meinung nach zu einem so einzigartigen Designunternehmen?
Rolf wollte ursprünglich ein Buch über «das Designunternehmen» schreiben, und ich habe nie ganz verstanden, was das bedeutet. Im Englischen würde man diesen Ausdruck nicht verwenden. Ich fragte: «Wird das ein Buch über Olivetti, IBM, Braun oder Apple?». Das sind alles Unternehmen, die durch Design eine Identität und Kultur aufgebaut haben. Aber das ist nicht dieses Buch. Hier geht es um Vitra.
In der Anfangsphase des Buches haben wir dann mit Rolf darüber gesprochen, was «Designunternehmen» für ihn bedeutet. In seinen Augen ist es eine faszinierende Kombination aus kultureller Verantwortung und einem klugen, nüchternen Schweizer Geschäftssinn – eine starke Mischung.
Woher stammt diese Idee?
Ich glaube, sie geht auf Rolfs persönliche Geschichte zurück. Er schrieb seine Doktorarbeit über den französischen Sozialtheoretiker Henri de Saint-Simon, der im frühen 19. Jahrhundert ein Gesellschaftsmodell entwickelte, das auf sozialistischen Prinzipien und technokratischer Führung basierte. Olivetti war ein Beispiel für eine solche Gemeinschaft – ein Unternehmen, das sich über die Erzielung kurzfristiger Gewinne hinaus verantwortlich fühlte, in seine Mitarbeiter investierte und der Gemeinschaft etwas zurückgab. Und diese Denkweise hat sich bei Vitra fest verankert.
Man muss aber auch wissen, dass das Unternehmen nicht nur aus Rolf bestand. Er ist nur ein Teil der Geschichte, die mit seinen Eltern beginnt. Diese hatten ein sehr pragmatisches Verständnis dafür, wie sie auf das Geschehen in der Welt reagieren mussten, und, dass der Ladenbau nicht ihr einziges Geschäftsfeld sein konnte. Sie erkannten zudem, dass Zölle ihr Verhängnis sein würden, wenn sie nur in der Schweiz blieben, und so liessen sie sich mit Vitra auch in Deutschland nieder. Heute entwickelt sich die Geschichte weiter und Nora Fehlbaum repräsentiert als Vorstandsvorsitzende die dritte Generation der Inhaberfamilie.
Es gab schon immer dieses Gefühl, den Dingen einen Schritt voraus sein zu müssen, und den Wunsch, relevant zu bleiben. «Relevanz» ist wahrscheinlich Rolfs Lieblingswort.
Rolf wollte ursprünglich ein Buch über «das Designunternehmen» schreiben, und ich habe nie ganz verstanden, was das bedeutet. Im Englischen würde man diesen Ausdruck nicht verwenden. Ich fragte: «Wird das ein Buch über Olivetti, IBM, Braun oder Apple?». Das sind alles Unternehmen, die durch Design eine Identität und Kultur aufgebaut haben. Aber das ist nicht dieses Buch. Hier geht es um Vitra.
In der Anfangsphase des Buches haben wir dann mit Rolf darüber gesprochen, was «Designunternehmen» für ihn bedeutet. In seinen Augen ist es eine faszinierende Kombination aus kultureller Verantwortung und einem klugen, nüchternen Schweizer Geschäftssinn – eine starke Mischung.
Woher stammt diese Idee?
Ich glaube, sie geht auf Rolfs persönliche Geschichte zurück. Er schrieb seine Doktorarbeit über den französischen Sozialtheoretiker Henri de Saint-Simon, der im frühen 19. Jahrhundert ein Gesellschaftsmodell entwickelte, das auf sozialistischen Prinzipien und technokratischer Führung basierte. Olivetti war ein Beispiel für eine solche Gemeinschaft – ein Unternehmen, das sich über die Erzielung kurzfristiger Gewinne hinaus verantwortlich fühlte, in seine Mitarbeiter investierte und der Gemeinschaft etwas zurückgab. Und diese Denkweise hat sich bei Vitra fest verankert.
Man muss aber auch wissen, dass das Unternehmen nicht nur aus Rolf bestand. Er ist nur ein Teil der Geschichte, die mit seinen Eltern beginnt. Diese hatten ein sehr pragmatisches Verständnis dafür, wie sie auf das Geschehen in der Welt reagieren mussten, und, dass der Ladenbau nicht ihr einziges Geschäftsfeld sein konnte. Sie erkannten zudem, dass Zölle ihr Verhängnis sein würden, wenn sie nur in der Schweiz blieben, und so liessen sie sich mit Vitra auch in Deutschland nieder. Heute entwickelt sich die Geschichte weiter und Nora Fehlbaum repräsentiert als Vorstandsvorsitzende die dritte Generation der Inhaberfamilie.
Es gab schon immer dieses Gefühl, den Dingen einen Schritt voraus sein zu müssen, und den Wunsch, relevant zu bleiben. «Relevanz» ist wahrscheinlich Rolfs Lieblingswort.
Anfangs war Vitra Lizenznehmer von Herman Miller. Warum entschied sich Vitra dafür, eine eigene Identität zu entwickeln, anstatt einfach weiterhin die Entwürfe anderer zu vertreiben?
Bis zur Übernahme durch Rolf und [seinen Bruder] Raymond war nicht ganz klar, was Vitra eigentlich war. Das Unternehmen firmierte unter verschiedenen Namen, die die Bandbreite seiner Aktivitäten widerspiegelten. Am erfolgreichsten war man mit dem Verkauf von Möbeln von Charles und Ray Eames. Die Möbel wurden von Vitra hergestellt, der Name Vitra trat jedoch nicht in Erscheinung. Rolf und Raymond erkannten, dass sie, um auf eigenen Beinen zu stehen, mehr sein mussten als bloss Lizenzhersteller und Vertriebsgesellschaft – und das war ein grosser Schritt. Sie hatten ja auch schon angefangen, direkt mit Designern zusammenzuarbeiten und Produkte selbst herzustellen – insbesondere mit Verner Panton, aber auch für den eigenen Bürostuhl, den Vitramat. So war der Weg eingeschlagen, um weitere talentierte Designer anzuziehen und ein Publikum für ihre Arbeit aufzubauen.
Der Campus ist zu einem zentralen Bestandteil der Identität von Vitra geworden. Wofür steht er?
Der Vitra Campus war am Anfang einfach ein zweckmässiger Produktionsstandort und hat sich zu einem wesentlichen Bestandteil der Unternehmensidentität entwickelt. Rolfs studentische Faszination für utopische Industriegemeinschaften des 19. Jahrhunderts hat die Gestaltung dieses Ortes, der die Werte des Unternehmens verkörpert und als Testfeld für neue Ideen in Design, Architektur, Kunst und Landschaftsgestaltung dient, geprägt.
Er hat sich von einem reinen Werksplatz zu einem öffentlichen Raum entwickelt – zu einem Ort, an dem Menschen gerne Zeit verbringen. Während Vitra in den 1980er-Jahren noch vom positiven Beispiel der Firmenstadt Ivrea inspiriert war, die Adriano Olivetti in der Vergangenheit geschaffen hatte, wird der Vitra Campus heute von der Entschlossenheit geprägt, das Schicksal von Ivrea zu vermeiden – einem UNESCO-Weltkulturerbe, das seinen Sinn verloren hat.
Bis zur Übernahme durch Rolf und [seinen Bruder] Raymond war nicht ganz klar, was Vitra eigentlich war. Das Unternehmen firmierte unter verschiedenen Namen, die die Bandbreite seiner Aktivitäten widerspiegelten. Am erfolgreichsten war man mit dem Verkauf von Möbeln von Charles und Ray Eames. Die Möbel wurden von Vitra hergestellt, der Name Vitra trat jedoch nicht in Erscheinung. Rolf und Raymond erkannten, dass sie, um auf eigenen Beinen zu stehen, mehr sein mussten als bloss Lizenzhersteller und Vertriebsgesellschaft – und das war ein grosser Schritt. Sie hatten ja auch schon angefangen, direkt mit Designern zusammenzuarbeiten und Produkte selbst herzustellen – insbesondere mit Verner Panton, aber auch für den eigenen Bürostuhl, den Vitramat. So war der Weg eingeschlagen, um weitere talentierte Designer anzuziehen und ein Publikum für ihre Arbeit aufzubauen.
Der Campus ist zu einem zentralen Bestandteil der Identität von Vitra geworden. Wofür steht er?
Der Vitra Campus war am Anfang einfach ein zweckmässiger Produktionsstandort und hat sich zu einem wesentlichen Bestandteil der Unternehmensidentität entwickelt. Rolfs studentische Faszination für utopische Industriegemeinschaften des 19. Jahrhunderts hat die Gestaltung dieses Ortes, der die Werte des Unternehmens verkörpert und als Testfeld für neue Ideen in Design, Architektur, Kunst und Landschaftsgestaltung dient, geprägt.
Er hat sich von einem reinen Werksplatz zu einem öffentlichen Raum entwickelt – zu einem Ort, an dem Menschen gerne Zeit verbringen. Während Vitra in den 1980er-Jahren noch vom positiven Beispiel der Firmenstadt Ivrea inspiriert war, die Adriano Olivetti in der Vergangenheit geschaffen hatte, wird der Vitra Campus heute von der Entschlossenheit geprägt, das Schicksal von Ivrea zu vermeiden – einem UNESCO-Weltkulturerbe, das seinen Sinn verloren hat.
Was hat Sie während Ihrer Recherche überrascht?
Ich verfolge die Entwicklung von Vitra schon seit langer Zeit und ich muss sagen, dass der Rechercheprozess weit über das eigentliche Schreiben des Buches hinausgeht. Ich war bei der Eröffnung von Frank Gehrys Museumsgebäude in Weil am Rhein anwesend. Bei der Eröffnungsfeier für Zaha Hadids Feuerwehrhaus habe ich das gegrillte Lamm genossen. Ich war 1987 auf der Documenta 8 in Kassel, wo Rolf Fehlbaum von den völlig unterschiedlichen Exponaten von Jasper Morrison und Ron Arad gleichermassen fasziniert war. Ich kann mich daran erinnern, wie wir darüber diskutierten, ob Jean Prouvé noch ein relevanter Designer sei, bevor Vitra die Geschichte veränderte, indem das Unternehmen seine Arbeiten im Grunde zum ersten Mal in die Serienproduktion brachte. Natürlich beanspruche ich für all diese Dinge keine Lorbeeren, aber ich war überrascht und gerührt, als ich bei der Arbeit im Archiv feststellte, dass mein eigener Name einige Male auftauchte.
Ich verfolge die Entwicklung von Vitra schon seit langer Zeit und ich muss sagen, dass der Rechercheprozess weit über das eigentliche Schreiben des Buches hinausgeht. Ich war bei der Eröffnung von Frank Gehrys Museumsgebäude in Weil am Rhein anwesend. Bei der Eröffnungsfeier für Zaha Hadids Feuerwehrhaus habe ich das gegrillte Lamm genossen. Ich war 1987 auf der Documenta 8 in Kassel, wo Rolf Fehlbaum von den völlig unterschiedlichen Exponaten von Jasper Morrison und Ron Arad gleichermassen fasziniert war. Ich kann mich daran erinnern, wie wir darüber diskutierten, ob Jean Prouvé noch ein relevanter Designer sei, bevor Vitra die Geschichte veränderte, indem das Unternehmen seine Arbeiten im Grunde zum ersten Mal in die Serienproduktion brachte. Natürlich beanspruche ich für all diese Dinge keine Lorbeeren, aber ich war überrascht und gerührt, als ich bei der Arbeit im Archiv feststellte, dass mein eigener Name einige Male auftauchte.
Was ist Ihrer Meinung nach der Grund für die Langlebigkeit von Vitra, während andere Designmarken zu kämpfen hatten?
EJede Generation der Fehlbaums war bereit, die Vorteile, die eine Familienführung des Unternehmens mit sich bringen kann, optimal zu nutzen und gleichzeitig die Fallstricke zu vermeiden. Sie haben finanzielle Umsicht mit kreativer Inspiration verbunden. Willi und Erika legten den Grundstein für vieles, was Vitra bis heute prägt: die Ausweitung über den Ladenbau hinaus, der Aufbau eines internationalen Unternehmens und die frühzeitige Erkenntnis, wie wichtig Designpartnerschaften sind.
Rolf und Raymond bauten auf diesem Fundament auf. Sie machten Vitra zu einer eigenständigen Marke. Sie nutzten den Wandel in der Arbeitswelt, um die notwendigen Büroausstattungen bereitzustellen – zu einer Zeit, als die Gesellschaft höhere Standards für den Arbeitsplatz forderte. Und sie machten Vitra weltberühmt für Architektur und Design von einer Qualität, die die Richtung für die Branche vorgab.
Nora Fehlbaum – die Enkelin von Willi und Erika – ist ihren eigenen Weg gegangen und hat das Unternehmen der Nachhaltigkeit verschrieben. Es ist eine weitere Ausprägung derselben Mischung aus Inspiration und klugem Management, die bereits ihren Vater, ihren Onkel und ihre Grosseltern geleitet hat.
Und wie fühlt es sich an, das Buch endlich gedruckt zu sehen?
Der Moment, in dem man ein Buch zum ersten Mal in den Händen hält, macht einem bewusst, wie wichtig die analoge Welt des Tastens und Fühlens nach wie vor ist. Die Bildqualität ist in einem gedruckten Buch immer besser als auf einem digitalen Bildschirm. Man nimmt den Geruch von Tinte auf Papier wahr und kann die Geschichte in der Reihenfolge erleben, die man mag. Das gilt insbesondere für dieses Buch, das als eine Art Collage konzipiert wurde. Eingebettet in meine ziemlich chronologische Erzählung hat Karen Stein eine Reihe von Schlüsselmomenten und Projekten herausgegriffen. Die aussergewöhnlichen Fotografien von Iwan Baan sind ein weiteres wichtiges Element des Ganzen, ebenso wie das Grafikdesign von APFEL, das einen ganz eigenen, unverwechselbaren Beitrag zu diesem Projekt geleistet hat. Ihnen ist es sogar gelungen, eine Ausklappseite einzufügen, die uns 24 der faszinierendsten Stühle aus der Geschichte von Vitra zeigt.
EJede Generation der Fehlbaums war bereit, die Vorteile, die eine Familienführung des Unternehmens mit sich bringen kann, optimal zu nutzen und gleichzeitig die Fallstricke zu vermeiden. Sie haben finanzielle Umsicht mit kreativer Inspiration verbunden. Willi und Erika legten den Grundstein für vieles, was Vitra bis heute prägt: die Ausweitung über den Ladenbau hinaus, der Aufbau eines internationalen Unternehmens und die frühzeitige Erkenntnis, wie wichtig Designpartnerschaften sind.
Rolf und Raymond bauten auf diesem Fundament auf. Sie machten Vitra zu einer eigenständigen Marke. Sie nutzten den Wandel in der Arbeitswelt, um die notwendigen Büroausstattungen bereitzustellen – zu einer Zeit, als die Gesellschaft höhere Standards für den Arbeitsplatz forderte. Und sie machten Vitra weltberühmt für Architektur und Design von einer Qualität, die die Richtung für die Branche vorgab.
Nora Fehlbaum – die Enkelin von Willi und Erika – ist ihren eigenen Weg gegangen und hat das Unternehmen der Nachhaltigkeit verschrieben. Es ist eine weitere Ausprägung derselben Mischung aus Inspiration und klugem Management, die bereits ihren Vater, ihren Onkel und ihre Grosseltern geleitet hat.
Und wie fühlt es sich an, das Buch endlich gedruckt zu sehen?
Der Moment, in dem man ein Buch zum ersten Mal in den Händen hält, macht einem bewusst, wie wichtig die analoge Welt des Tastens und Fühlens nach wie vor ist. Die Bildqualität ist in einem gedruckten Buch immer besser als auf einem digitalen Bildschirm. Man nimmt den Geruch von Tinte auf Papier wahr und kann die Geschichte in der Reihenfolge erleben, die man mag. Das gilt insbesondere für dieses Buch, das als eine Art Collage konzipiert wurde. Eingebettet in meine ziemlich chronologische Erzählung hat Karen Stein eine Reihe von Schlüsselmomenten und Projekten herausgegriffen. Die aussergewöhnlichen Fotografien von Iwan Baan sind ein weiteres wichtiges Element des Ganzen, ebenso wie das Grafikdesign von APFEL, das einen ganz eigenen, unverwechselbaren Beitrag zu diesem Projekt geleistet hat. Ihnen ist es sogar gelungen, eine Ausklappseite einzufügen, die uns 24 der faszinierendsten Stühle aus der Geschichte von Vitra zeigt.


Publikationsdatum: 14.07.2026
Autorin: Ali Morris
Bilder: © Vitra



















