Premium-Seniorenwohnungen neu definiert
Interview mit Jan Garde, The Embassies

Hochwertiger Seniorenwohnraum steht heute am Scheideweg. Der demografische Wandel und die gestiegene Lebenserwartung wecken neue Erwartungen ans Altern. Senioren sind länger gesund, aktiver und am Ende ihrer beruflichen Laufbahn oft auch finanziell unabhängiger. Der neue Lebensabschnitt ist für sie kein Rückzug, sondern eine Gelegenheit für ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben in Gemeinschaft. Zugleich muss die Branche auf vielfältige Anforderungen eingehen, denn während manche sich eine Lifestyle-orientierte Umgebung wünschen, benötigen andere Unterstützung und Pflege. Hinzu kommen Probleme wie steigende Kosten und der Fachkräftemangel. Die Chance liegt darin, Wohnumgebungen neu zu denken: als Orte, die Wohlbefinden und ein würdevolles soziales Miteinander fördern. Für Menschen, die Wert auf Sinnhaftigkeit legen, braucht es daher das richtige Zusammenspiel aus Wohnen, Gesundheitsfürsorge und Design.
Über diese Dynamik haben wir mit Jan Garde gesprochen. Er ist Mitgründer von The Embassies, einem Konzept, das das Leben im fortgeschrittenen Alter neu definiert. The Embassies hinterfragt traditionelle Ansätze und eröffnet neue Perspektiven, wie Wohnraum für Senioren aussehen kann und sollte.
Können Sie uns mehr über The Embassies verraten? Was hat Sie zu diesem Konzept inspiriert und an wen richtet es sich?
Alles fing an, als meine Grosseltern in eine Seniorenresidenz zogen. Nach über 20 Berufsjahren in der Werbe-, Marketing- und Customer-Experience-Branche hatte ich das Gefühl, dass es Zeit für eine Veränderung sei. Damals hatte ich im In- und Ausland schon mehr als 100 Residenzen mit verschiedenen Konzepten besucht. Ich wollte die richtigen Fragen stellen und verstehen, was ein «neues Design» benötigt. Schnell stellte sich heraus, dass viele unserer Hypothesen falsch waren. Deshalb begannen wir, alles neu zu denken und zunächst dem eigentlichen Problem auf den Grund zu gehen. Fazit: Wir müssen Orte schaffen, die generationenübergreifende Erlebnisse bieten. Orte, die einladend sind und an denen sich Menschen auf morgen freuen können. Inspirierende Orte, an denen Menschen verschiedener Hintergründe und Altersgruppen aufeinandertreffen.
The Embassies in Hamburg stellt eine starke Verbindung zur Stadt her. Wie spiegelt sich diese Verbindung im Erlebnis der Bewohner und Gäste wider?
Uns wurde schnell klar, dass eine emotionale Bindung an einen Ort nur entstehen kann, wenn es etwas Sinnstiftendes gibt. Eine gut funktionierende Stadt oder Nachbarschaft führt Menschen zusammen. Diesen Spirit wollten wir auf unser eigenes Ökosystem übertragen, indem wir im Grunde ein «Wohnzimmer» in der Stadt schaffen.
THE EMBASSIES ruht auf drei Säulen:
Alles fing an, als meine Grosseltern in eine Seniorenresidenz zogen. Nach über 20 Berufsjahren in der Werbe-, Marketing- und Customer-Experience-Branche hatte ich das Gefühl, dass es Zeit für eine Veränderung sei. Damals hatte ich im In- und Ausland schon mehr als 100 Residenzen mit verschiedenen Konzepten besucht. Ich wollte die richtigen Fragen stellen und verstehen, was ein «neues Design» benötigt. Schnell stellte sich heraus, dass viele unserer Hypothesen falsch waren. Deshalb begannen wir, alles neu zu denken und zunächst dem eigentlichen Problem auf den Grund zu gehen. Fazit: Wir müssen Orte schaffen, die generationenübergreifende Erlebnisse bieten. Orte, die einladend sind und an denen sich Menschen auf morgen freuen können. Inspirierende Orte, an denen Menschen verschiedener Hintergründe und Altersgruppen aufeinandertreffen.
The Embassies in Hamburg stellt eine starke Verbindung zur Stadt her. Wie spiegelt sich diese Verbindung im Erlebnis der Bewohner und Gäste wider?
Uns wurde schnell klar, dass eine emotionale Bindung an einen Ort nur entstehen kann, wenn es etwas Sinnstiftendes gibt. Eine gut funktionierende Stadt oder Nachbarschaft führt Menschen zusammen. Diesen Spirit wollten wir auf unser eigenes Ökosystem übertragen, indem wir im Grunde ein «Wohnzimmer» in der Stadt schaffen.
THE EMBASSIES ruht auf drei Säulen:
- Erdgeschoss – öffentlich: ein einladender Bereich, in dem sich Nachbarn anfreunden können und der auch lokalen Anwohnern offensteht.
- Club-Bereich – nur für Mitglieder:ein Mix aus sozialen Räumen, Lounges, Co-Working-Spaces, Tagungs- und Konferenzräumen und einem Wohlfühlbereich, der Nachhaltigkeitskonzepte und Aktivitätszonen umfasst.
- Appartements: Schön gestaltete und eingerichtete Wohnungen, ergänzt durch ein Servicepaket, das die Bewohner im Alltag unterstützt und ihnen ein angenehmes Leben in verschiedenen Lebensphasen ermöglicht.

Das ist in der Tat ein breites Spektrum. Lassen Sie uns das Konzept dennoch weiter «hochwertigen Seniorenwohnraum» nennen. Wie sehen Sie den aktuellen Markt dafür? Und mit welchen grossen Veränderungen rechnen Sie in den kommenden Jahren?
Der Markt fächert sich immer weiter auf. Die Welt, in der wir leben, ist nicht mehr nur Schwarz und Weiss und gerade in den Grautönen liegen Chancen. Ich glaube, dass sich die Erwartungen an Orte, Lifestyles und Anwendungsfälle gerade sehr diversifizieren. Die Menschen wünschen sich Abwechslung, es gibt keine festen Präferenzen, eher fliessende Übergänge.
Genau diesen Trend bilden wir in unserem Modell ab. The Embassies soll es an vielen Orten geben und unsere Bewohnern sollen die Möglichkeit, sich frei im Netzwerk zu bewegen. Nach dem Motto: «Ich wollte schon immer in Paris leben.» Und genau das machen wir möglich, sei es vorübergehend oder für längere Zeit.
Langfristig glauben wir sehr an diesen nomadischen Trend. Auch mir schwebt vor, zusammen mit meiner Frau ein wenig umherzuziehen...
Welche Rolle spielt denn die Inneneinrichtung für die Lebensqualität und Identität in Wohnumgebungen für Senioren?
Statt in altersspezifischen Kategorien denke ich lieber an Lebensumgebungen im weiteren Sinne. Interior Design – und Design generell – spielt für unsere Positionierung eine wesentliche Rolle. Ich glaube, dass es bei Design niemals nur ums Aussehen gehen darf, vielmehr geht es um die Funktion. Gutes Design hat massgeblichen Einfluss auf unsere Lebensqualität.
Für unser Design-Manifest haben wir mit Ilse Crawford zusammengearbeitet, die das Konzept des «Frame of Life» eingebracht hat. Die Idee dahinter: Design sollte den Rahmen schaffen, in dem sich Menschen wirklich zu Hause fühlen können. In unserem Fall heisst das, unseren Resident Ambassadors die Freiheit zu geben, ihre Persönlichkeit auszudrücken – auch in einer bereits möblierten Umgebung. Es geht darum, Identität, Komfort und Zugehörigkeit zu ermöglichen, anstatt einen Stil zu diktieren.
Welcher Gedanke steckt hinter dem Inneneinrichtungskonzept von The Embassies in Hamburg?
Für die Umsetzung des Designs war mein Mitgründer, Henning Weiss, verantwortlich. Er hat eng mit unseren Partnern Monoplan in Zürich und Holmris B8 zusammengearbeitet. Mit einem Gebäude von 1909 gehen spezielle Herausforderungen einher, aber ich finde, das Resultat ist eine ausgewogene Mischung aus Tradition und zeitgemässer Funktionalität, was auch unsere allgemeine Philosophie widerspiegelt. Wir sind stolz darauf, wie sich das Projekt entwickelt hat, und wollen uns zu einem späteren Zeitpunkt auf weitere Flächen im Gebäude ausdehnen. stage.
Der Markt fächert sich immer weiter auf. Die Welt, in der wir leben, ist nicht mehr nur Schwarz und Weiss und gerade in den Grautönen liegen Chancen. Ich glaube, dass sich die Erwartungen an Orte, Lifestyles und Anwendungsfälle gerade sehr diversifizieren. Die Menschen wünschen sich Abwechslung, es gibt keine festen Präferenzen, eher fliessende Übergänge.
Genau diesen Trend bilden wir in unserem Modell ab. The Embassies soll es an vielen Orten geben und unsere Bewohnern sollen die Möglichkeit, sich frei im Netzwerk zu bewegen. Nach dem Motto: «Ich wollte schon immer in Paris leben.» Und genau das machen wir möglich, sei es vorübergehend oder für längere Zeit.
Langfristig glauben wir sehr an diesen nomadischen Trend. Auch mir schwebt vor, zusammen mit meiner Frau ein wenig umherzuziehen...
Welche Rolle spielt denn die Inneneinrichtung für die Lebensqualität und Identität in Wohnumgebungen für Senioren?
Statt in altersspezifischen Kategorien denke ich lieber an Lebensumgebungen im weiteren Sinne. Interior Design – und Design generell – spielt für unsere Positionierung eine wesentliche Rolle. Ich glaube, dass es bei Design niemals nur ums Aussehen gehen darf, vielmehr geht es um die Funktion. Gutes Design hat massgeblichen Einfluss auf unsere Lebensqualität.
Für unser Design-Manifest haben wir mit Ilse Crawford zusammengearbeitet, die das Konzept des «Frame of Life» eingebracht hat. Die Idee dahinter: Design sollte den Rahmen schaffen, in dem sich Menschen wirklich zu Hause fühlen können. In unserem Fall heisst das, unseren Resident Ambassadors die Freiheit zu geben, ihre Persönlichkeit auszudrücken – auch in einer bereits möblierten Umgebung. Es geht darum, Identität, Komfort und Zugehörigkeit zu ermöglichen, anstatt einen Stil zu diktieren.
Welcher Gedanke steckt hinter dem Inneneinrichtungskonzept von The Embassies in Hamburg?
Für die Umsetzung des Designs war mein Mitgründer, Henning Weiss, verantwortlich. Er hat eng mit unseren Partnern Monoplan in Zürich und Holmris B8 zusammengearbeitet. Mit einem Gebäude von 1909 gehen spezielle Herausforderungen einher, aber ich finde, das Resultat ist eine ausgewogene Mischung aus Tradition und zeitgemässer Funktionalität, was auch unsere allgemeine Philosophie widerspiegelt. Wir sind stolz darauf, wie sich das Projekt entwickelt hat, und wollen uns zu einem späteren Zeitpunkt auf weitere Flächen im Gebäude ausdehnen. stage.


Senioren sind heute gesünder und aktiver als je zuvor. Welchen Einfluss hat das darauf, wie Sie Erlebnisse und Services für diese Gruppe gestalten?
Unter den Bewerbern auf eine Ambassadorship oder Wohnung waren Menschen in ihren 40ern, die uns vom Mindset her «älter» vorkamen als andere Personen jenseits von 60 oder 70. Das war für uns eine wichtige Erkenntnis: Das Alter ist in unserem Segment nicht der bestimmende Faktor.
Wir richten uns an Menschen, die neugierig, interessiert und engagiert sind. Deshalb können einem in THE EMBASSIES ganz verschiedene Lebensentwürfe begegnen, etwa ein Unternehmensgründer in den 30ern, ein 70-jähriger Ambassador, der die Unternehmenswelt hinter sich gelassen hat, aber nach wie vor neugierig aufs Leben ist, und eine Person Mitte 50, die noch arbeitet, aber in einem anderen Rhythmus.
Und nun stellen Sie sich vor, Sie entwerfen eine Lounge, in der diese drei Personen aufeinandertreffen, Ideen austauschen und neue Initiativen planen können. Und natürlich soll dieser Bereich für alle zugänglich sein – auch für Menschen im Rollstuhl. (Nur, um Vorurteilen vorzubeugen: Der Rollstuhlfahrer ist in diesem Fall der 30-jährige Unternehmensgründer.)
Ein Blick in die Zukunft: Wie kann sich hochwertiger Seniorenwohnraum zu Modellen weiterentwickeln, die sowohl Lifestyle-Erwartungen als auch dem steigenden Pflegebedarf genügen? Und wie wirkt sich dies auf die langfristige Strategie von The Embassies aus?
Unsere Aufgabe als Betreiber ist es, verschiedene Services zu koordinieren – von der Wochenendpflege für den Hund, wenn Bewohner spontan mit dem Zug Freunde in einer anderen Stadt besuchen wollen, bis zum wachsenden Bedarf an Unterstützung oder sogar Pflege im Alter.
Unserem Modell liegt ein Ansatz zugrunde, den wir «Best Aggregator» nennen. Um unseren Bewohnern maximale Flexibilität im Alltag zu bieten, arbeiten wir mit Spezialisten aus vielen verschiedenen Bereichen zusammen.
THE EMBASSIES setzt auf das Prinzip «Altern im eigenen Zuhause». Der entscheidende Unterschied: Wir sind vor Ort. Wir können Unterstützung oder Pflege direkt in den eigenen vier Wänden organisieren, helfen beim Tragen der Einkaufstaschen und sorgen sogar dafür, dass alle Einkäufe im Kühlschrank landen. Bei der Perfektionierung dieses Modells wird Technik im Laufe der Zeit eine immer wichtigere Rolle spielen.
Aber an allererster Stelle steht immer der Mensch. Unser Geschäft ist der Dienst am Menschen und wir sind der Überzeugung: Lebensqualität hat kein Alter.
Unter den Bewerbern auf eine Ambassadorship oder Wohnung waren Menschen in ihren 40ern, die uns vom Mindset her «älter» vorkamen als andere Personen jenseits von 60 oder 70. Das war für uns eine wichtige Erkenntnis: Das Alter ist in unserem Segment nicht der bestimmende Faktor.
Wir richten uns an Menschen, die neugierig, interessiert und engagiert sind. Deshalb können einem in THE EMBASSIES ganz verschiedene Lebensentwürfe begegnen, etwa ein Unternehmensgründer in den 30ern, ein 70-jähriger Ambassador, der die Unternehmenswelt hinter sich gelassen hat, aber nach wie vor neugierig aufs Leben ist, und eine Person Mitte 50, die noch arbeitet, aber in einem anderen Rhythmus.
Und nun stellen Sie sich vor, Sie entwerfen eine Lounge, in der diese drei Personen aufeinandertreffen, Ideen austauschen und neue Initiativen planen können. Und natürlich soll dieser Bereich für alle zugänglich sein – auch für Menschen im Rollstuhl. (Nur, um Vorurteilen vorzubeugen: Der Rollstuhlfahrer ist in diesem Fall der 30-jährige Unternehmensgründer.)
Ein Blick in die Zukunft: Wie kann sich hochwertiger Seniorenwohnraum zu Modellen weiterentwickeln, die sowohl Lifestyle-Erwartungen als auch dem steigenden Pflegebedarf genügen? Und wie wirkt sich dies auf die langfristige Strategie von The Embassies aus?
Unsere Aufgabe als Betreiber ist es, verschiedene Services zu koordinieren – von der Wochenendpflege für den Hund, wenn Bewohner spontan mit dem Zug Freunde in einer anderen Stadt besuchen wollen, bis zum wachsenden Bedarf an Unterstützung oder sogar Pflege im Alter.
Unserem Modell liegt ein Ansatz zugrunde, den wir «Best Aggregator» nennen. Um unseren Bewohnern maximale Flexibilität im Alltag zu bieten, arbeiten wir mit Spezialisten aus vielen verschiedenen Bereichen zusammen.
THE EMBASSIES setzt auf das Prinzip «Altern im eigenen Zuhause». Der entscheidende Unterschied: Wir sind vor Ort. Wir können Unterstützung oder Pflege direkt in den eigenen vier Wänden organisieren, helfen beim Tragen der Einkaufstaschen und sorgen sogar dafür, dass alle Einkäufe im Kühlschrank landen. Bei der Perfektionierung dieses Modells wird Technik im Laufe der Zeit eine immer wichtigere Rolle spielen.
Aber an allererster Stelle steht immer der Mensch. Unser Geschäft ist der Dienst am Menschen und wir sind der Überzeugung: Lebensqualität hat kein Alter.
Publication date: 10.12.2025
Bilder: © Robert Winter





