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Zeichnungen von Ronan & Erwan Bouroullec

Ein Rückblick

Am 25. März 2016 eröffnet die mehrteilige Ausstellung Ronan & Erwan Bouroullec im französischen Rennes. Vier Installationen geben Einblick in die beeindruckende Schaffensvielfalt der Designer. Die Ausstellung erlaubt eine Neubegegnung mit den farbenfreudigen und wunderlichen Zeichnungen der beiden Brüder. Einige waren bereits 2012 Teil der Ausstellung im Vitra Design Museum "Ronan & Erwan Bouroullec – Album". Andere schafften in jüngster Zeit den Schritt von der Skizze zum Produkt – wie etwa der Belleville Chair von Vitra oder der Fernseher Serif von Samsung.

Anfertigung von Skizzen und Modellen sowie Fotografie – dies sind während des oft zeitraubenden Designprozesses die drei Hauptwerkzeuge der Brüder Bouroullec. Ronan geht nie ohne ein paar Blätter Papier in der Tasche aus dem Haus.

Die Brüder sind ständig am Zeichnen und füllen so die Seiten ihres allgegenwärtigen Skizzenbuchs, notfalls aber auch Servietten, Quittungen oder was ihnen sonst in die Finger kommt. Ronan und Erwan begründen ihr schon fast obsessives Bedürfnis zu zeichnen mit einem der Grundsätze des Designerberufs: Optimismus. Der Antrieb von Designern ist per definitionem die Hoffnung, denn sie malen sich etwas aus, was die bestehende Umgebung verbessern und unseren Alltag bereichern soll. Sie sehen sich aber auch mit wirtschaftlichen Realitäten konfrontiert, und so ist das Zeichnen für die Brüder Bouroullec ein Mittel, um der manchmal allzu ergebnisorientierten Rationalität ihrer Branche zu entfliehen.

In Zeichnungen können sie Ängste und Zweifel, aber auch Humor ausdrücken, und all dies zeigt sich in ihren Notizbüchern in Gestalt von Fantasiewesen, von Details aus der Natur sowie in abstrakten Formen, die sich über viele Seiten erstrecken.

Ronan & Erwan Bouroullec.
​17 Screens (Frac Bretagne). Retrospective (Frac Bretagne). Rêveries urbaines (Les Champs Libres). Kiosque (Parlement de Bretagne).
Rennes, 25. März – 28. August 2016


Veröffentlichungsdatum: 1.3.2016
Autor: Dieser Textausschnitt stammt aus der umfassenden Monographie über das Werk von Ronan und Erwan Bouroullec, "Works", von Anniina Koivu. Sie ist 2012 bei Phaidon Press erschienen.
Bilder: © Studio Bouroullec